Flötotto – PRO Campaign / Film

Ein Interview mit dem Kommunikationsdesigner Florian Lambl über den Gestaltungsansatz für PRO und die Arbeit mit Star-Fotograf Oliviero Toscani

 

Florian Lambl, von welcher Idee sind Kommunikation und Marketing von PRO geleitet?

Florian Lambl: Wir finden die Idee, die wir hatten, einfach sehr logisch. Oliviero Toscani, der Fotograf, mit dem wir zusammenarbeiten durften, streckte im Fotostudio die Hand aus und sagte, als er all die wunderbaren Stühle sah: "Bitte nehmen Sie Platz!“ Er meinte damit die Models als Platzhalter für all die Menschen, die kürzer oder länger auf diesen Stühlen sitzen werden. Wir rücken die Menschen in der Kommunikationsstrategie in den Vordergrund, denn sie vermitteln das, was entscheidend ist  – dass man gut auf PRO sitzen und sich noch besser auf ihm bewegen kann.

 

Wie kam es zur Auswahl für den Fotografen Oliviero Toscani, der ja stark polarisiert? Und hat er denn gleich zugesagt?

Florian Lambl: Als Konstantin Grcic uns das Projekt in all seinen Varianten und Ausführungen vorstellte, war mir klar, dass man die offensichtlichste Tatsache kommunizieren sollte: Dieser Stuhl ist wirklich für jeden in fast jeder Situation toll. Er ist ein High-Tech-Produkt – farbenfroh, in höchstem Maße ergonomisch, entworfen von einem Designer von Weltruf, in unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich und ökonomisch für fast jeden erschwinglich. Und wenn man also mit Bildern so einfach wie möglich kommunizieren möchte, dann kommt man an den einfachen, wunderbar humorvollen und energiegeladenen Portraits, die Toscani für Benetton oder Prénatal gemacht hat, kaum vorbei. Taucht man dann tiefer in sein Werk ein, dann trifft man auf unzählige Ikonen, die noch nicht einmal schockieren müssen. Konstantin Grcic und ich tauschten dann einige Mails mit diesen Bildern zum Spaß aus –  eher, um eine Bildsprache zu definieren. Da gab es dann einen bestimmten Moment, zwischen zwei Mails, da haben wir Toscani einfach angerufen. Einen Monat später trafen wir ihn in Berlin. Von da an war klar, dass er die Kampagne fotografieren wollte. Flötotto stand immer hinter dieser Idee, die für die Möbelbranche wirklich ungewöhnlich ist: weg von den herkömmlichen sterilen Milieufotos hin zur direkten Kommunikation über Menschen. Denn es sind die Menschen, die den Stuhl zum Leben erwecken, indem sie ihn einfach benutzen. Dieser Aspekt sollte sich über die Bildsprache vermitteln.

 

Welche Herausforderungen gab es im Laufe des Gestaltungsprozesses?

Florian Lambl: Das Projekt ist sehr komplex, und diese Komplexität schlug sich im organisatorischen Bereich am deutlichsten nieder: Wir hatten eine Fotoproduktion, bei der sowohl das Shooting mit Toscani als auch das Still-Life-Shooting parallel stattfanden. Und dekliniert man alle Kombinationsmöglichkeiten des Stuhls durch, dann hat man circa 250 mögliche Stuhl-Varianten. Insgesamt waren 60 Menschen mit dieser Produktion beschäftigt. Dazu kam noch die Aufgabe, vorherzusehen, wie die Anwendungen in den unterschiedlichen Medien aussehen würden. Es gibt ja nicht nur Kataloge, sondern auch Großformatposter, Poster, Anzeigen, diverse Unterlagen und auch einen Imagefilm, den Marc Comes von CHBP während der Fotoproduktion gemacht hat und der auf der Messe gezeigt wird.

 

 

Fotografie: Oliviero Toscani

Strategische Planung: LHCK, Katharina Kemmler

Casting: Tomorrow is another day, Eva Gödel

Film von Marc Comes, CHBP

Musik: Carlo Peters